Bürgerkrieg, Meinungsfreiheit, Ukraine: Ist der Westen gelähmt? | Ferdinand Knauß

Shownotes

Wie stabil ist der Westen noch – politisch, kulturell und gesellschaftlich? In dieser Folge geht es um die Frage, ob liberale Demokratien durch äußere Bedrohungen, innere Konflikte und ein geschwächtes Selbstverständnis zunehmend unter Druck geraten.

Zu Gast ist Ferdinand Knauß, Redakteur beim Magazin Cicero und Autor des Buches „Der gelähmte Westen. Chronik einer Selbstaufgabe“. Ausgangspunkt des Gesprächs ist die Debatte um eine Rede von JD Vance bei der Münchner Sicherheitskonferenz und die Reaktionen darauf in Deutschland und Europa. Daraus entwickelt sich eine grundsätzliche Diskussion über Meinungsfreiheit, politische Ausgrenzung, die sogenannte Brandmauer und den Zustand westlicher Demokratien.

Im Gespräch geht es außerdem um die Rolle der 68er-Generation, den „Marsch durch die Institutionen“, kulturelle Hegemonie, Jürgen Habermas und die Frage, warum konservative und liberale Kräfte Medien und Wissenschaft lange unterschätzt haben könnten. Ein weiterer Schwerpunkt ist das westliche Geschichtsbild: Was passiert, wenn Gesellschaften ihre eigene Geschichte fast nur noch durch Schuld, Verbrechen und Selbstkritik betrachten?

Besonders aktuell wird die Debatte beim Blick auf den Ukraine-Krieg. Die Ukraine verteidigt sich als Nationalstaat gegen den russischen Angriffskrieg – und stellt damit westliche Erzählungen über Nationalstaat, Patriotismus und Wehrhaftigkeit auf die Probe. Knaus spricht darüber, welche Brüche dieser Krieg in Deutschland und insbesondere bei den Grünen sichtbar gemacht hat.

Zum Schluss geht es um die zugespitzte Frage, ob bürgerkriegsähnliche Zustände im Westen denkbar sind – nicht als klassischer Bürgerkrieg zweier Armeen, sondern eher als zunehmende politische Gewalt, Radikalisierung und gesellschaftliche Spaltung. Knaus warnt nicht vor einem unausweichlichen Untergang des Westens, sondern vor einem schleichenden Niedergang, der nur gestoppt werden könne, wenn westliche Gesellschaften ihr eigenes Selbstverständnis neu klären.

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Transkript anzeigen

00:00:03: Politik auf den Punkt gebracht.

00:00:06: Ein Podcast der Unionstiftung.

00:00:13: Heute ist Ferdinand Knaus bei uns zu Gast, Ferdian Knauss ist Redakteur bei dem Magazin Zitzerow und er hat ein Buch geschrieben Der gelähmte Westen, Chronik einer Selbstaufgabe Und anders des Buches war die Rede von US-Vizepräsident JD Vance letztes Jahr Bei der Münchner Sicherheitskonferenz.

00:00:30: Warum hat sie die Rede inspiriert einem Buch zu schreiben?

00:00:33: Es war Auslöserwahlen nicht so sehr die Rede selbst, obwohl ich sie sehr interessant fand und darüber auch geschrieben habe im Zitzero.

00:00:41: Auslöser für den Essay aus dem dann das Buch geworden ist waren vor allem die Reaktionen auf diese Rede – die empörten Reaktionen eigentlich... quer durch das etablierte Parteienspektrum in Deutschland und die allermeisten Medien auch.

00:00:59: Die haben diese Rede als Affront, fast Beleidigung Deutschlands und Europas aufgefasst Und das fand ich sehr daneben und eigentlich befremdlich zumal wenn es in diesem Auftritt gesagt hat Ich liebe Deutschland Also ist ja eigentlich seltsam.

00:01:23: Offenbar ist eben das Deutschland, dass er liebt nicht unbedingt das Deutschland und dass die Politiker repräsentieren – die deutschen Politiker.

00:01:33: Genau!

00:01:33: Er hat ja unter anderem gesagt also wenn Sie Angst vor Ihren eigenen Wählern haben dann kann Amerika wenig für sie tun.

00:01:40: auf was hat es sich darbezogen?

00:01:42: Naja auf die Meinungsfreiheit natürlich.

00:01:47: Er hat auch sich ziemlich eindeutig auf die Brandmauer bezogen, ohne die AfD beim Namen zu nennen.

00:01:59: Er hat aber vor allem den Umgang mit der Meinungsfreiheit in England, Schweden und anderen Ländern kritisiert.

00:02:07: Ich finde das zumindest bedenkenswert kam vor allem auch vom Bundeskanzler, der regelrecht pumpig reagiert hat.

00:02:19: Das gehört sich nicht, hat er gesagt.

00:02:21: die fand ich eigentlich unangemessen.

00:02:23: also eigentlich hätte man sich das einfach mal anhören können als kritischen Beitrag unter Verbündeten.

00:02:33: aber so wurde es eben nicht aufgenommen.

00:02:35: ja und daraus ist dann das Buch Gewonnen.

00:02:38: erst mal ein Essay im Zitzero, den ich geschrieben habe.

00:02:41: Wo ich mich gefragt hab ja ist denn diese Aufregung über Trump und Vance dass die angeblich den Westen zerstören?

00:02:50: Ist das berechtigt zerstörend die wirklich den Weste?

00:02:54: oder was haben denn die jetzt sich so als Verteidiger des Westens gerieren?

00:02:59: Welchen Anteil haben die vielleicht selbst an dem nicht sehr guten Zustand des Westes dem Meilen tatsächlich so feststellen kann.

00:03:09: Ja, genau es ist ja eine Chronik.

00:03:11: diese da skizzieren oder schreiben in ihrem Buch.

00:03:14: und wo beginnt die Chronik im Buch?

00:03:16: Also

00:03:17: Chronik in dem Sinn... Es ist ein Essay, das ist kein historisches Erzählen des Werk.

00:03:23: natürlich ich betrachte einfach um mich zu besch.. Ich muss mich ja beschränken irgendwie ein bisschen.

00:03:29: Ich betracht im Grunde die Nachkriegsgeschichte der westlichen Länder also nach und vor allem Deutschlands, Schwerpunkt ab.

00:03:43: Und Sie haben ja gesagt in dem Buch oder im Essay, dass es eine Generation von Nachrichtspolitikern gab die dieses Land aufgebaut haben, die die Beschreckung des Nationalsozialismus noch mitbekommen haben.

00:03:55: also Helmut Kohl oder Helmut Schmidt war auch selbst Soldat

00:03:58: im Weltkrieg

00:03:58: gewesen Und danach ist das so ein bisschen gekippt.

00:04:02: Also was unterscheidet denn diese erste Generation an Politikern von dieser, sage ich jetzt mal, achten- sechstier Generationen?

00:04:09: Das ist wirklich ... Ich glaube, dass es das Erlebnis des Krieges der nationalsozialistischen Nährschaft, der Zerstörung des Zusammenbruchs und dann des Wiederaufbaus.

00:04:22: So hat man die ja auch genannt, die Erlebnissgeneration.

00:04:27: dieser und der ersten Generationen, die eben sozusagen in den Wohlstand hineingeboren wurde.

00:04:35: Gibt es glaube ich wirklich einen Bruch der Mentalitäten?

00:04:38: Der ist in gewisser Weise selbstverständlich denn ein Kriegserlebnis ist natürlich einschneidend.

00:04:46: Und ich glaube das war für jeden Menschen dieser Generationen in Deutschland aber auch in den meisten anderen europäischen Ländern, die am Krieg beteiligt waren, einschneeidendes Erlebnis was die Persönlichkeit formt.

00:04:57: Und natürlich die Kinder von dieser Erlebnisgeneration mussten natürlich anders sein.

00:05:05: Dieser Bruch ist, glaube ich wichtig um die Entwicklung der westlichen Welt nach Vierzehn und dann im Fallen nach Sechzig, aber auch nach Neunundachtzig zu verstehen.

00:05:18: Also ich versuche mir einen Reim auf die Entwicklung des Westens zu machen Niedergang, den man da in gewisser Weise feststellen kann indem ich die Generationen betrachte.

00:05:31: Die Generationen seit nineteenhundertvierzig?

00:05:34: Ja dann schauen wir mal auf die Generation, die nach dieser Erlebnis-Generation dann praktisch kam.

00:05:41: also es waren ja auch dann die achten Sechziger... Also so

00:05:43: kann man

00:05:44: sie nennen.

00:05:45: und was mich jetzt nochmal in ihrem Buch noch mal mir vor Augen geführt hat, ist Folgendes.

00:05:53: Die USA hat uns vom Nationalsozialismus befreit die Demokratie gebracht Freiheit also Werte auf die der Westen ja immer noch fußt.

00:06:02: und die achten sechste Generationen hat dann plötzlich Bewunderung für Mao gezeigt Also wirklich ein Massenwörter der in China aus Bruttalste das Volk getötet hatte also viele Menschen ums Leben gekommen sind.

00:06:14: Warum gab es denn diesen Bruch?

00:06:15: Also warum hat man Faszination für so jemanden gezeigt?

00:06:19: Letzt gültig kann ich das auch nur feststellen und nicht hundertprozentig begründen, dass sowas ist glaube ich immer ein gewisserweise ein Rätsel.

00:06:29: Aber man kann es vielleicht schon dadurch erklären, dass diese Erlebnisgeneration die skeptische Generation eben ganz in ein normales Leben wollte, das Land wieder aufbauen wollte, in Frieden im Wohlstand vor allem leben wollte also im praktischen Leben sozusagen verankert war.

00:06:50: Und die, die dann danach kamen, also sozusagen in den Wohlstand hinein geboren wurden ... Das war die erste Generation, die Taschengeld hatte.

00:06:58: und es geht natürlich, wenn ich bei dieser Generation rede vor allem über die Akademiker unter denen, da meine ich nicht alle, die irgendwie zwischen neunzehnundvierzig und neunzentfünfzig geboren sind, das ist klar, sondern vor allem den akademischen Teil von denen.

00:07:12: Das waren damit vielleicht zehn bis zwanzig Prozent.

00:07:17: Die hatten sozusagen, das war die erste Generation nach dem Krieg.

00:07:19: Die Zeit hatte sich überhaupt zu beschäftigen mit intellektuellen Grundsatzfragen und die auch wieder den Idealismus, den Enthusiasmus entdeckt

00:07:32: hat.

00:07:32: Und die das vielleicht im Gegensatz zu ihren Eltern dann ausgelebt haben.

00:07:39: Die hatten Zeit Taschengeld und haben viel gelesen ... Und haben sich dann eben, weil sie sozusagen womöglich auch einen Sinn gesucht haben diesen gefunden in den Angeboten der linken europäischen westlichen Geistesgeschichte.

00:07:59: Ja und diese Generation hat ja durch den Marsch, durch die Institution ja auch versucht, sagen wir mal die Bestimmen zu werden in den Eliten der Bundesrepublik?

00:08:09: Ja

00:08:09: erfolgreich versuchte muss man sagen durch und durch erfolgreich.

00:08:13: Ja,

00:08:13: und so jemand der da die geistige Grundlage zugelegt hat war ja Habermas, der Philosoph.

00:08:19: Kann man es sagen?

00:08:19: Kannst du uns

00:08:20: dazu mal was?

00:08:22: Naja, Habermass ist ja vor wenigen Wochen gestorben eigentlich.

00:08:26: So heißt das ja Demortuis nihil nisi bene nicht so schlechtes über die Toten.

00:08:32: aber Habermars ist für mich schon in dem Buch eine eher negative eine eher negative Persönlichkeit.

00:08:46: Ich halte seine Idee, seinen Leitgedanken vom herrschaftsfreien Diskurs eigentlich wie so viele linke Ideen ein Ideal das nicht an wirklichen Menschen orientiert war sondern eben an einem Ideal.

00:09:11: Und viele der Illusionen unter denen wir heute leiden, gehen auch auf solche Weltfremden, Menschenfremde ideale zurück.

00:09:30: Okay und ein Stichwort ist ja kulturelle Hegomonie also dass man zum einen den Wissenschaftsbetrieb, aber auch die Medienversuch zu kontrollieren und dort keine andere Meinung mehr zulassen.

00:09:41: Also habe ich das so richtig verstanden?

00:09:42: Keine anderen Meinungen mehr zulassend ist vielleicht ein bisschen überspitzt.

00:09:48: Aber diese Idee der kulturellen Hegummonie ist tatsächlich sehr wichtig selbstverständlich für diesen Maß durch die Institutionen.

00:09:57: Das geht zurück auf Gedanken von Antonio Gramcci dem italienischen Kommunisten, der das im Gefängnis ... während der faschistischen Herrschaft in Italien entwickelt hat.

00:10:09: Das ist letztlich die Idee, dass man keine Revolution mit Gewalt durchführen muss oder soll sondern eine langsame revolutionäre Veränderung der Gesellschaft indem man die Schlüsselstellen, die Funktionsstellen in der Gesellschaft besetzt und dadurch die Gesellschaft stärker verändert oder genauso verändert wie durch eine gewaltsame Revolution.

00:10:43: Ja, jetzt ist ja die eine Sache.

00:10:44: ich habe so einen Plan versucht ihn dann durchzuziehen.

00:10:48: da gibt es ja auch Gegenströmungen also blühtige Gegenströmmung die das dann zulassen.

00:10:52: warum haben dass die Konservativen zugelassen?

00:10:54: Also Tja!

00:10:56: Das ist die große Frage die ich letztlich auch nicht beantworten kann.

00:11:05: Man kann eigentlich nur konstatieren, dass es da relativ wenig Gegenwehr gab.

00:11:12: Ja vielleicht hat das damit zu tun ... Dass diese skeptische Generationen von der wir eben gesprochen haben und diese Erlebnisgeneration eben ja auch die waren tolerant würde ich sagen.

00:11:28: also die haben sozusagen die jungen Leute machen lassen Und der ... und der Achtendsechziger bewegen hat sich wenig kaum Widerstand geleistet.

00:11:44: Warum das so war, da hab ich auch keine endgültige Antwort drauf.

00:11:50: Ich kann das nur jedenfalls in den Redaktionen, also wenn man die Geschichte der deutschen Zeitung ein bisschen zurückverfolgt oder auch die Geschichte an den ... die Geschichte der Universitäten, dann kann man feststellen dass eben in den siebziger, achtziger, neunzig Jahren aber auch später noch in den Zeiten die ich selbst erlebt habe.

00:12:13: Dass da auf der linken Seite sozusagen ein sehr viel stärkeres Bewusstsein dafür war das man macht Positionen erobern muss und auf der konservativen Liberalen zumindest nicht Linkenseite weniger bewusst sein dafür vorhanden war.

00:12:30: Das glaube ich kann man schon feststellen das hab ich auch in meinem Berufsleben festgestellt.

00:12:35: Ja, und dass man vielleicht auch die Rolle der Medien- und Wissenschaftsbetrieb auch so ein bisschen unterschätzt hat?

00:12:44: Das muss man zumindest den nicht linken Parteien, also Union, FDP ... kann man denen da ankreiden, dass sie ein geringeres Bewusstsein für die Bedeutung der akademischen Welt und der Medien entwickelt haben im Vergleich zu linken Parteien, wenn man so scherenische Artikel feststellen will.

00:13:15: Zum gelähmten Westen gehört ja auch, ich sag jetzt mal, wenig Selbstbewusstsein bezog auf die eigene Geschichte.

00:13:21: Also indem man halt die eigene Geschichte auf Verbrechen reduziert, also indem man sagt okay jetzt die Kolonialgeschichte war ganz schrecklich natürlich auch die Weltkriege, also man hat viele Völker unterdrückt, man war Sklavenhalter ist das auch ein Aspekt der... dafür sorgt, dass der Westen instabiler wird.

00:13:42: Also die Idee von unserer liberalen Demokratie, von dem auf das wir stolz sein können?

00:13:47: Ja

00:13:48: zumindest meine ich feststellen zu können, dass wir mittlerweile ein Selbstbild haben also im gesamten Westen.

00:13:54: Deutschland hat dann natürlich eine Sonderrolle nochmal, dass wenig historisches Bewusstsein hat.

00:14:02: und wenn dann eben ein Negativ ist.

00:14:07: Deutschland hat natürlich eine Sonderrolle durch die Nazi verbrechen, aber auch eine Art Avongade-Rolle vielleicht sogar gespielt.

00:14:16: Während man in Frankreich, England und anderen westlichen Ländern lange nach dem Krieg noch vor allem stolz auf die eigene Nationalgeschichte war, ist man mittlerweile auch in Frankrijk, England vor allem sehr kritisch und schuldbewusst im Blick auf die ... auf die eigene Vergangenheit.

00:14:37: Und das ist natürlich durchaus eigentlich auch angebracht, die eigene Geschichte kritisch zu betrachten.

00:14:45: aber wenn das nur noch so ist dann entsteht daraus ein Klima in der Gesellschaft das nicht gerade euphorisch macht und dann braucht man sich nicht wundern so negativ ist.

00:15:09: Ja,

00:15:09: und es gibt ja noch weitere Aspekte die unsere liberale Gesellschaft unserer liberalen Demokratie unter Druck setzen.

00:15:17: das ist glaube ich auch das Thema Meinungsfreiheit.

00:15:20: da würden jetzt manche sagen ja das kann in Deutschland ja alles sagen das ist ja gar kein Problem Aber man muss halt mit den Konsequenzen irgendwie klarkommen.

00:15:31: Das ist natürlich immer das Argument, ja Sie können alles sagen und Sie müssen aber mit den Konsequenzen leben!

00:15:36: Es gibt da diese Erzählung, dass das ... war das irgendwann ein afrikanischer Dispot auch mal gesagt hat sie könnten in meinem Land alles sagen, sie müssen dann nur mit dem Konsequent sehen.

00:15:47: Ja also ich finde den Spruch auch ... ja zynisch.

00:15:49: natürlich muss man in Deutschland nicht unbedingt damit rechnen, dass dann sofort die Polizei vor der Tür stüscht, aber sie kann auch vor der Türe stehen.

00:15:57: Es gibt auch viele Fälle, die ich für ziemlich empörend halte.

00:16:06: Mir ist in den letzten Tagen aufgefallen diese Plakataktion von der Europäischen Union ... Wie heißt das da?

00:16:15: Für

00:16:15: freie Medien und so weiter.

00:16:17: Das klingt, glaub ich, auch in manchen Ohren oder Augen erscheint das eher unangebracht.

00:16:27: Also... Wenn es wirklich Meinungsfreiheit gibt, dann muss man eigentlich nicht dafür werben.

00:16:31: Sondern da muss man sehr einfach gewähren.

00:16:34: Also ich finde diese Werbung sehr befremdlich.

00:16:39: Warum glauben Sie, dass gerade im linken Bereich so viele linke Probleme mit konservativen Medien haben?

00:16:45: Also da gibt es ja auch einige Neugründungen in der letzten Zeit und so wenig konservative Probleme mit linken Medien haben.

00:16:51: Also mir ist das zum Beispiel egal ob's jetzt die Tats gibt oder das neue Deutschland.

00:16:54: also ich finde das über Amisant manche Dinge zu lesen.

00:16:57: aber mich stört das jetzt per se nicht.

00:17:02: Ja Im politischen Kampf ist natürlich schon so, dass man will die Macht erringern Diskurs so gewinnen.

00:17:12: Und die Verlockung ist natürlich immer da, wenn man die Möglichkeiten hat dem anderen den Mund zu verbieten oder zumindest das einzuschränken und dann macht man es vielleicht auch.

00:17:26: Dann ist die Verlocke vielleicht so groß dass man sagt deine Meinung ist aber nicht genehm Die fällt nicht mehr unter die Meinungsfreiheit.

00:17:40: Ich meine, die krasseste Haltung ist von den weiten Teilen der organisierten Antifa, die sagen, Faschismus ist keine Meinung sondern ein Verbrechen.

00:17:53: und dann fragt sich nur wer definiert was Faschwismus ist?

00:17:57: Für manche Antifa-Aktivisten beginnt eben der Fasschismus schon bei Friedrich Merz oder auf weißen Teilen jetzt der CDU jedenfalls Wenn man damit einmal anfängt, ist die Frage der Meinungsfreiheit sehr schwierig.

00:18:13: Natürlich bin ich auch dafür, dass klare Aufrufe zur Gewalt oder extreme politische persönliche Beleidigungen nicht unter Meinungsfreit fallen.

00:18:28: Aber eben auch nur das sollte die Grenzlinie sein.

00:18:37: Ja, wir haben innere Probleme.

00:18:39: Aber es gibt auch Betrogen von außen.

00:18:41: und so ein Kipppunkt, den Sie beschreiben ist ja der Krieg Russlands in der Ukraine also der Angriffskrieg.

00:18:47: Und die Ukraine ist ja auch ein Nationalstaat Der der stolz auf die eigene Nationen ist und das ist auch glaube ich fundamental um einen Widerstand gegen Russland Auszeit und auch zu sagen okay Wir kämpfen jetzt für unsere ukraine und dass was wir aufgebaut haben gegen den übermächtigen feind Ist das bei uns verloren gegangen?

00:19:08: Ja,

00:19:08: das ist doch sehr interessant.

00:19:09: Oder die Ukrainer sagen soweit ich das so mitkriege ... Bei allen Gelegenheiten immer Slava-Ukraini oder so ähnlich.

00:19:17: Das heißt Ruhm oder Ehre der Ukraine.

00:19:21: Es ist also ein klar ... Man kann es Patriotismus nennen aber man könnte es auch Nationalismus nenne.

00:19:28: Und das ist wirklich eine interessante Erscheinung dass der Widerstand der Ukraine gegen den russischen Angriffskrieg, eigentlich quer steht zu dem Narrativ das im Westen sich durchgesetzt hat.

00:19:46: Dass der Nationalstaat zu überwinden ist und des Übels ist in der Ukraine im Osten der Ukraine verteidigt sich ein nationalstaat kämpft um seine nationale Unabhängigkeit Um die Wahrung seiner Grenzen Und wird hier im westen unterstützt von vielen Menschen, ich finde es sehr gut, dass sie das unterstützt.

00:20:08: Ich bin auch sehr dafür aber unterstützt von Menschen die uns jahre Jahrzehnte lang gesagt haben der Nationalstaat ist zu überwinden, ist grundsätzlich abzulehnen und auch sowas wie Wehrhaftigkeit braucht man nicht.

00:20:26: Also die Wandlung der Grünen ist da besonders Krass, wenn Sie sich die Wahlprogramme der Grünen zwischen den Neunzehnundachtzig und heute anschauen.

00:20:35: zu den verschiedenen Bundestagswahlen.

00:20:37: Ja.

00:20:38: Es steht im ersten Wahlprogramm von neunzehundertzig aber auch noch bis vor zehn Jahren oder so weniger.

00:20:47: Bis zum Krieg in der Ukraine steht da eigentlich immer ... drin.

00:20:52: ganz am Anfang stand da Bundeswehr abschaffen, NATO abschaffen und so weiter.

00:20:56: Und am Schluss stand jedenfalls ... Wenn es überhaupt um die Bundeswehr ging, stand dann da ja die Bundeswährmussdivers sein

00:21:03: usw.,

00:21:04: also es war jedenfalls kein Interesse an Wehrhaftigkeit.

00:21:06: Und im letzten Bundestagswahlprogramm der Grünen stand auf einmal Jahr die BundesWährmus Deutschland verteidigt und das NATO-Gebiet verteidigen können.

00:21:15: Wir müssen dafür sorgen dass dass genug Freiwillige oder Werdienstleistende sich für die Bundeswehr mehr in die Bundeswehren attraktiv muss, muss kampfkraftig sein.

00:21:28: Na hat es einen großen Wandel jedenfalls gegeben.

00:21:30: also das finde ich sehr interessant.

00:21:32: was die der Ukraine Kriegte auch im welche Brüche der Ukraine kriegt da innerhalb der deutschen Parteienlandschaft aber auch der des politischen Diskurses offengelegt hat.

00:21:46: Ja, warum glauben Sie ist das so?

00:21:48: Also ich meine da sind ja Leute dabei wie Joschka Fischer die ja jetzt offen eine Ablehnung gegen alles staatliche gezeigt haben oder Robert Habeck der auch gesagt hat mit Deutschland kann er nichts anfangen und Nationalbewusstsein kotzt ihn an in seinem Buch.

00:22:03: Aber warum haben sich gerade die Grünen so gewandelt?

00:22:07: Da habe ich auch keine endgültige Antwort drauf.

00:22:10: Das ist auch irgendwie ein Rätsel Und ich finde es auch erstaunlich dass da so wenig drüber gesprochen und diskutiert wird.

00:22:18: Man könnte es vielleicht so ganz plakativ, könnte man vielleicht sagen in den Achtzigerjahren als die Grünen noch die Outcasts waren und eben noch nicht den Marsch durch die Institutionen noch nicht letztendlich abgeschlossen hatten.

00:22:33: Die Grünen kommen ja aus der achten sechziger Bewegung ursprünglich.

00:22:37: Da war natürlich der Staat, den die Bundeswehr eben auch noch eine andere, als es heute ist.

00:22:47: Also wenn man natürlich wie die grünen Netzen seit nineteen acht neunzig selber auch an der Macht ist und dieses Land im Wesentlichen mitprägt dann hat man natürlich auch könnte man sagen zu seiner Verteidigung eine andere Einstellung als wenn man Opposition ist und ein politisches System sehr deutlich kritisiert.

00:23:13: Grün in ihrer Frühzeit getan

00:23:15: haben.

00:23:16: Sie beschreiben ja in dem Buch auch einen ehemaligen Soldaten, also jemand der Praktischer Erfahrung hat, der sagt sinngemäß, er weiß gar nicht warum er Deutschland verteidigen sollte?

00:23:27: Ja das

00:23:27: habe ich im Facebook gefunden und das findet man da öfter solche Aussagen von Reservisten oder von Soldaten die sagen ja... Die eben auch so befremdet sind davon dass auf einmal alles von Wehrhaftigkeit redet wie gesagt ich finde es eigentlich gut.

00:23:44: Aber die dann sagen ja, das passiert dieses Deutschland oder dieser besten ist doch gar nicht mehr das was ich verteidigen will.

00:23:54: Also so weit würde ich natürlich nie gehen.

00:23:57: aber es gibt relativ viele Leute, die das so sagen.

00:24:01: und gerade eben in Milieus, die eigentlich also von ehemaligen Soldaten oder so, die eben eigentlich näher zum Militär hatten.

00:24:11: ... haben wir noch mal auf die äußeren Feinde geblickt.

00:24:17: Wenn man jetzt äußere Feinde, innere feinde... Wir haben jetzt noch gar nicht über Islamismus oder Linksextremismus oder andere Feinde der Demokratie, der offenen Gesellschaft gesprochen,... wenn man das jetzt alles zusammennimmt, da gibt es bei Ihnen ein Kapitel im Büchlein zum Thema Bürgerkrieg.

00:24:32: Also das hat mich so ein bisschen schockiert wo Sie sagen also.... Ein Bürgerkrieg ist durchaus möglich, vielleicht nicht so in dem Sinne des amerikanischen Bürgerkrigs.

00:24:43: Das ist nicht meine Theorie aber ich habe mit Erstaunen festgestellt dass es da in jüngerer Zeit in den letzten Jahren relativ viel Literatur drüber gibt und ich hab auch währenddich das Buch schrieb ein Interview geführt.

00:25:06: Kriegswissenschaftler, Professor am Institute for the Studies of War in London.

00:25:15: Der hat mir dann gesagt ja er hat sich viel mit Bürgerkriegen beschäftigt und mit Aufstandsbekämpfung so inneren landesinternen Konflikten und bisher war das immer ein heißen staubigen Ländern hat er gesagt und untersucht welche Gründe es gibt dafür unter welchen Bedingungen solche Bürgerkrige ausbrechen.

00:25:34: Und dann sei ihm, also ich zitiere jetzt den David Betz heißt er.

00:25:38: Kommt in meinem Buch auch vor und hat gesagt ja irgendwas ist mir klar geworden oder so ähnliche Bedingungen haben wir doch möglicherweise in leichter Form auch schon im Westen?

00:25:52: Also ich mach mir die These nicht ganz zu eigentlich aber es ist interessant dass es immer mehr Literatur dazu gibt und das sind auch übrigens Also der Ihnen vielleicht bekannte Historiker Andreas Röder hat auch mal gesagt, Prof.

00:26:11: N. Mainz hat auch einmal gesagt also wenn die AfD verboten würde tatsächlich verboten würden dann erwartet er bürgerkriegsähnliche Zustände.

00:26:23: Also bürgerkrieg ist ja auch so ein Begriff den man sehr breit ist.

00:26:26: das geht vom spanischen Bürgerkrieg wo wirklich zwei Armeen angetreten sind zu eher so Alltagsgewalt Attentaten und so weiter wie in Nordirland.

00:26:36: Dieser David Betz stellt sich, glaub ich auch wenn dann eher sowas vor wie ein Nordirlandskonflikt.

00:26:40: Ja also es wird auf jeden Fall nicht mehr so gemütlich wie vielleicht den achtziger Jahren in meiner Kindheit und wir mal jetzt mal einen Ausblick wagen.

00:26:48: Also wird der Westen untergehen oder gibt's noch ein anderes Szenario das vielleicht ein bisschen versöhnlicher ist?

00:26:55: Ich hab am Schluss auch im Buch deutlich gemacht, dass sich nicht davon ausgeht, dass der Westen untergeht.

00:27:02: Also den Untergang des Abendlandes werden wir es hoffentlich nicht geben.

00:27:08: aber eben so ein Prozess des allmählichen Niedergangs ist ja eindeutig feststeppbar.

00:27:15: da widerspricht auch kaum noch jemand das es mit dem Westen und vor allem mit Europa bergab geht.

00:27:22: Ja ich hoffe natürlich, dass dieser Prozess Storbt oder zumindest dort ich verlangsamt wird.

00:27:30: Ich sehe dafür auch durchaus Indizien, aber von alleine wird das nicht gehen.

00:27:35: also mein mein Appell ist eben dass der Dass die Die Menschen im Westen in Deutschland in anderen westlichen Ländern wieder ein Also bewusst als westler Leben und handeln müssen und den und dieses diesen diesen Holzweg der Selbstverachtung beenden sollten.

00:28:06: Herr Gnaus, vielen lieben Dank!

00:28:08: Also hier nochmal das Buch Der Gelähmte Westen.

00:28:10: wir verlosen auch ein Exemplar.

00:28:11: also einfach mal bei uns auf dem YouTube-Kanal beim Podcast auch noch einmal genau hinhören und dann kann man ein signiertes Exemplare gewinnen.

00:28:18: und ich sage Vielen Dank.

00:28:20: Ja ich bedanke

00:28:21: mich.

00:28:23: Politik auf den Punkt gebracht Ein Podcast der Unionstiftungen.

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