Trumps Zollpolitik: Was sie für Deutschlands Wirtschaft wirklich bedeutet | Prof. Dr. Heribert Dieter

Shownotes

Donald Trump setzt in seiner zweiten Amtszeit erneut auf „America First“ und verschärft den wirtschaftlichen Druck auf Handelspartner durch Zölle und protektionistische Maßnahmen. Doch welche Auswirkungen hat diese Politik tatsächlich auf Deutschland – und was wird in der öffentlichen Debatte häufig übersehen?

In dieser Folge spricht Prof. Dr. Heribert Dieter, Politikwissenschaftler und Experte für Außenwirtschaftspolitik sowie internationale Wirtschaftsbeziehungen, über die wirtschaftlichen Folgen der US-Zollpolitik für Verbraucher, Unternehmen und den Industriestandort Deutschland. Dabei geht es unter anderem um steigende Preise, internationale Lieferketten, die Zukunft der Welthandelsordnung, Europas Rolle zwischen den USA und China sowie die Frage, welche Reformen Deutschland unabhängig von Donald Trump selbst anstoßen sollte.

Außerdem erklärt er:

  • warum am Ende die Verbraucher die Kosten von Zöllen tragen,
  • weshalb Trumps industriepolitische Ziele teilweise nachvollziehbar sind,
  • welche Risiken von einer zunehmenden Abschottung der Weltwirtschaft ausgehen,
  • warum Europa seine Wettbewerbsfähigkeit stärken muss,
  • und welche Chancen Deutschland trotz aktueller wirtschaftlicher Herausforderungen besitzt.

Prof. Dr. Heribert Dieter beschäftigt sich seit vielen Jahren mit internationaler Wirtschafts- und Handelspolitik und ordnet die aktuellen Entwicklungen aus wirtschafts- und geopolitischer Perspektive ein.

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Transkript anzeigen

00:00:03: Politik auf den Punkt gebracht.

00:00:06: Ein Podcast

00:00:07: der Unionstiftung.

00:00:13: Donald Trump setzt in seiner zweiten Amtszeit wieder auf America First, also er hat eine Zeubpolitik eingeführt.

00:00:21: Er möchte wirtschaftlichen Druck auf Handelspartner wie China oder auch uns Europäer ausüben.

00:00:26: was zunächst nach großer Weltpolitik klingt, hat aber auch ganz konkrete Folgen für die Menschen hier in Deutschland Und darüber wollten wir heute sprechen, welche Folgen das hat.

00:00:36: Zu Gast ist Prof.

00:00:37: Dr.

00:00:37: Harry Baddita.

00:00:39: Er ist Politikwissenschaftler und Experte für Außenwirtschaftspolitik und für internationale Wirtschaftsbeziehungen bei der Stiftung Politik- und Wissenschaft.

00:00:47: Herzlich willkommen Herr Prof.

00:00:48: Dieter!

00:00:50: Ich grüße Sie ja schon!

00:00:52: Herr

00:00:52: Prof.,

00:00:53: wenn ich jetzt morgens zur Arbeit fahre und abends einkaufen gehe und mein Einkauf bezahle, wo genau berührt mich denn als Bürger die Politik von Donald Trump zurzeit in Deutschland?

00:01:06: Nun, sie berührt sich ganz besonders.

00:01:08: Wenn Sie nach dem Einkaufen noch tanken gehen, das ist ja eine unmittelbare Auswirkung der Politik des amerikanischen Präsidenten.

00:01:15: dieser vollkommen unüberlegte Krieg an den Zapssäulen für Verstimmung sorgt nicht nur in Deutschland, sondern auch in der ganzen Welt und wir sollten bei dieser Gelegenheit natürlich auch nicht aus dem Auge verlieren dass das für uns Unangenehm ist.

00:01:34: Aber für ärmere Länder, für ärmerer Gesellschaften ist das sehr viel gravierender und das ist auch die Kernbotschaft der amerikanischen Politik in diesen Tagen.

00:01:45: Jetzt kümmert die Amerikaner nicht welche Folgen ihre Politik mal deswegen für südasiatische Länder wie Indien oder Sri Lanka hat Und insofern ist diese Rücksichtslosigkeit der amerikanischen Politik natürlich ein großes Problem.

00:02:00: Aber es berührt uns auch im Supermarkt, wir stellen fest dass die Preisentwicklung in europäischen Ländern nicht stabil ist das die Inflation steigt und das hat natürlich auch damit zu tun als wenn sie jetzt ihr Pellegrino aus Italien beziehen dass die Transportgrößen gestiegen sind wegen der höheren Treibstoffpreise.

00:02:21: also Donald Trump Wir werden

00:02:25: jetzt mal auf die öffentliche Debatte schauen.

00:02:26: Da wird ja viel untertrieben, aber es gibt bestimmt auch Dinge, die übertrieben werden.

00:02:31: Welche Dinge haben wir noch nicht so auf dem Schirm und welche konkreten Auswirkungen sind?

00:02:37: vielleicht auch ein bisschen übertriebene öffentlichen Debatte?

00:02:41: Also was wir noch nicht diskutieren und ich bedauere das ist, dass wir in Europa uns noch zu wenig Gedanken machen wo denn die Reise in Bezug auf die Institution der internationalen Wirtschaftsbeziehung hingehen soll.

00:02:53: Konkreter!

00:02:55: Wir in Europa sagen gerne die Welthandelsorganisation sei für uns sehr wichtig und sie sollte revitalisiert werden.

00:03:02: Wir machen uns aber keine Gedanken wie das gehen könnte.

00:03:05: Wir wiederholen gebetsmühlenartig Die WTO ist das zentrale.

00:03:11: Aber Herr Scholz, das genügt natürlich nicht.

00:03:13: Wenn die beiden größten Volkswirtschaften der Welt für die Amerikaner und die Chinesen die multilaterale Ordnung wenig ernst nehmen, dann müssten wir uns über Alternativen Gedanken machen.

00:03:24: Übertrieben wird manchmal so die Auswirkung auf die hiesige Produktion.

00:03:34: Das ist teilweise schwierig, wenn man beispielsweise die in Deutschland sehr wichtige Automobilindustrie anschaut.

00:03:40: Natürlich ist es schwierig.

00:03:42: Wenn Herr Tramp dort die Zoll erhöht, das ist keine Frage.

00:03:45: aber wir dürfen bei der Gelenkheit auch nicht vergessen.

00:03:49: Der größte Exporteur von Automobilen aus den USA ist der deutsche Hersteller BMW also wir.

00:03:55: die Deutsche Wirtschaft ist in den USA engagiert.

00:03:58: Die deutsche Wirtschaft ist dort auch aktiv Und insofern profitiert sie natürlich auch in gewisser Weise.

00:04:08: von der neuen Importpolitik der Amerikaner.

00:04:10: Also es ist ein gemischtes Bild, wir sollten uns da vorhüten das schwarz und weiß zu zeichnen.

00:04:17: aber ein Problem ist dass man bei den amerikanern und insbesondere beim amerikanischen Präsidenten ja keine Struktur und keine Linie erkennen kann.

00:04:26: Das ist alles sehr erratisch, das geht mal so und was glaube ich nicht übertrieben wird bereit zu sein scheint.

00:04:38: Sämtliche Konventionen, sämtlichen Verabredungen der Vergangenheit über den Haufen zu werfen.

00:04:43: Dazu gehört beispielsweise dass man für die Passage durch mehr Engen keine Zoll nimmt oder keine Durchfahrtsgebühr.

00:04:52: Man kann das nennen wie man will.

00:04:54: Zu solchen Vornehmen formuliert unkonventionellen Maßnahmen ist Trump bereit und das ist für die ganze Welt ein Riesenproblem

00:05:03: Wenn man jetzt mal America First, Zollpolitik, Handelskrieg alles beiseite legt und einfach auf die Wirtschaftspolitik von Trump schaut.

00:05:10: Also was ist denn das allgemeine Ziel der Wirtschaftspoletik von Donald Trump?

00:05:16: Was können Sie uns da sagen?

00:05:18: Also Donald Trump versucht zurückzukehren zu einer Wirtschaftsp Politik wie die USA, die vor dem Ersten Weltkriege betrieben haben.

00:05:26: Er versuchte direkten Steuern zu senken.

00:05:28: Er möchte niedrige Einkommen steuern.

00:05:32: die dadurch entstehende Lücke im Staatshaushalt durch Zolleinnahmen zu schließen.

00:05:37: Das ist etwas, was die Amerikaner schon öfter getan haben und Amerika ist keine Nation des Freihandels sondern das schon immer!

00:05:45: des gesteuerten Handels.

00:05:47: Donald Trump möchte die amerikanische verarbeitende Industrie wieder stärken und da hat er natürlich auch einen Punkt, die amerikansche Verarbeitenindustrie ist in schwierigen Fahrwassern.

00:05:58: Die sind viele Jobs verloren gegangen.

00:06:01: Das ist im Übrigen ja natürlich auch ein Grund, warum er im Jahr zwei Tausend Sechzehn gewählt worden war.

00:06:07: Er wurde gewählt, weil die Arbeiter sind ein obervorwiegend Arbeiter.

00:06:12: Weil die Arbeiter, die Demokraten nicht mehr als ihre Heimat angesehen haben und weil die verarbeitende Industrie nicht mehr das an Zukunftsperspektive geboten hat was in früheren Generationen der Fall war.

00:06:27: also Idee, dass jemand in Detroit dort arbeitet, wo auch schon sein Großvater gearbeitet hat.

00:06:35: Die ist einfach Geschichte und das hat für große Verunsicherung bei den weniger gebildeten, weniger hochqualifizierten und vielleicht der bessere Begriff Amerikanern gesorgt.

00:06:48: Und hier möchte Trump eine Revitalisierung der verarbeitenden Industrie auf den Weg bringen.

00:06:55: Das ist im Grunde ein legitimes Anlegen finde ich.

00:06:58: Es ist die Aushöhlung der eigenen verarbeitenen Industrie das Verschwinden von Arbeitsplätzen.

00:07:09: wo ich schlafen lassen.

00:07:09: Das ist ein Grunde bei uns heute.

00:07:11: genau das Gleiche, wenn VW hunderttausend Jobs streichen möchte dann sind deutsche Politiker auch besorgt.

00:07:17: also dieses Anliegen von Trump ist durchaus legitim aber er hat die Art und Weise wie er das versucht zu erreichen.

00:07:25: die ist schwierig und die sorgt für Verärgerung und insofern ist eine grundbrauchbare Idee durch sein erratisches verhalten dass das ja auch vom obersten Gerichtshof schon einkassiert worden ist, disqualitiert.

00:07:40: Ja sie sind ja Experte für Wirtschaftspolitik auch für Wirtschaftsbeziehungen also können Sie das wirtschaftlich nachvollziehen?

00:07:47: die politische Politik oder ist das vor allem Politik?

00:07:51: Also es ist schon nachvollziehbar, wenn man sich mal anschaut was wie die verarbeitende Industrie in den USA vor vierzig, fünfvierzig Jahren ausgesehen hat.

00:08:03: Wie sie heute auslebt?

00:08:04: Das ist problematisch.

00:08:06: Die sind heute nur noch acht Prozent der Arbeitsplätze in der verarbeitenden Industrie.

00:08:14: das waren noch zwanzig und das ist ein Problem.

00:08:18: Und es ist irgendwann auch ein Problem, wenn eine Militärmacht wie die USA den eigenen Stahl nicht mehr herstellen kann.

00:08:26: Wenn ich das jetzt mal zuspitze... Also wenn die Militärtemacht USA angewiesen ist auf Importe aus der Volksrepublik China und hier im geopolitischen Rivalen dann ist das schwierig.

00:08:39: Willi sagen unmöglich aber es ist natürlich schwierig.

00:08:41: und auch das beschäftigt Donald Trump.

00:08:45: er sagt dann mal Ein Land, bei der Wiedereröffnung eines Stahlwerkes sagt er ein Land das kein Stahl hat ist kein Land.

00:08:54: Das ist so eine typische Verkürzung von Donald Trump.

00:08:57: aber man bekommt die Botschaft also wir brauchen eine solide industrielle Basis um Großmacht bleiben zu können.

00:09:04: es hatte also sowohl eine Beschäftigungspolitische Dimension Es hat eine Militär- und Sicherheitspolitische Dimention Und all das ist nachvollziehbar relativ wenig bis jetzt erreicht.

00:09:20: Es sind noch wenige Fabriken wieder eröffnet worden in den USA und es ist auch nicht ganz einfach, wie wir wissen, private Akteure dazu zu bringen freiwillig Geld zu verlieren.

00:09:33: also wenn die Bedingungen in den USA nicht stimmen dann kann der Trump so viel Ich sage jetzt mal krakelen, wie er möchte.

00:09:39: Das wird nicht dazu führen dass die Investitionen die da zu notwendig sind um die Industrie zu revitalisieren das die kommen.

00:09:49: Ja

00:09:50: wenn ich jetzt diese Argumente höre also das erinnert mich auch ein bisschen an uns in Europa oder ins Deutschland.

00:09:55: Also Thema steilenindustrie Da wird ja auch oft argumentiert wir brauchen die Stahlindustrie weil es Ja, ein wichtiger Schlüsselindustrie ist für Wertechnik und Infrastruktur.

00:10:05: Also sind die Argumente da sogar gleich?

00:10:08: Ja also sie sind in vielerlei Hinsicht ehlen sich zumindest.

00:10:14: wir sagen ja zu Recht dass wir beispielsweise eine gewisse Grundversorgung mit pharmazeutischen Präparaten brauchen.

00:10:21: Also anders formuliert in der nächsten Pandemie möchten paar mal zehn, die wir dann verabreichen können wollen im eigenen Lande haben und möchten nicht von Indien oder China abhängig sein, die diese Produkte für uns herstellen.

00:10:38: Das ist aber ein schmaler Grad und man muss sich immer vor Augen halten dass das so entlangschrappt.

00:10:45: an der Autarkie-Debatte sind wir in Deutschland durchaus gewohnt.

00:10:49: also man hat in Deutschland auch immer gesagt Wir brauchen das!

00:10:52: Wir müssen das machen auch in den dreißiger Jahren.

00:10:54: Die Nazis haben das aus den unterschiedlichsten Gründen gesagt, und das ist für einen Handelsökonomen immer ein schmaler Grad.

00:11:03: Weil wer legt fest was man, was eine Volkswirtschaft unbedingt braucht?

00:11:09: Und wer sagt nein, wir glauben an die internationale Arbeitsteilung, die sehr viele Wohlfahrtsgewinne gebracht hat?

00:11:18: Wer liegt das fest?

00:11:19: Es ist eine extrem schwierige Debatte und am Küchengeschwetter gerne darüber debattiert.

00:11:24: Das brauchen wir unbedingt, aber jenes brauchen wir unbedingt.

00:11:27: Und ich habe einen grundsätzlichen Vorbehalt der Ministerialbürokratie, dass man Dats dafür zu geben, was jetzt eine Volkswirtschaft unbedingt braucht und was nicht.

00:11:38: Also die Diskussion ist... Man kann dieser Diskussion nicht aus dem Weg gehen Und das wird ja auch sowohl hier in Europa als auch in den Vereinigten Staaten, als auch mal nicht wegen der Volksrepublik China getan.

00:11:51: Der chinesische Parteichef Xi Jinping sagt wir brauchen eine konkurrenzfähige Halbleiterindustrie weil wir nicht abhängig sein wollen von dem Partner aus dem Rest der Welt.

00:12:04: also eine alte Debatte die man immer wieder führen muss.

00:12:07: Das ist vollkommen richtig dass man diese Debatte führt Aber ich würde immer dafür plädieren, Vorsicht walten zu lassen bei der Forderung.

00:12:17: Also wir brauchen jetzt genau diese Industrie und keine andere Industrie.

00:12:23: Der SPD, früher SPD-Vorsitzende Frantz Müntefering hat mal in der ... In dem Jahr zwei Tausendneun Opel zu einem systemrelevanten Unternehmen erklärt war aller Liebe das ist natürlich Unfug gewesen und solche Übertreibungen gibt es immer wieder.

00:12:40: Ja, wenn ich jetzt als Nation oder als Europäische Union meine heimische Wirtschaft vor Ausländerkonkurrenz schützen will dann erhebe ich Zölle.

00:12:49: Also das hat ja Trump auch erkannt und setzt diese Politik ein.

00:12:53: da ist natürlich die Frage wer bezahlt denn letztendlich diese Zöller?

00:12:57: Also irgendjemand muss sehr bezahlen.

00:12:58: also sind es die Unternehmen sind sie Bürgerinnen und Bürger?

00:13:00: also wer zahlt die Zöllen?

00:13:05: Das weiß man inzwischen aus den Vereinigten Staaten.

00:13:08: Am Ende zahlt es der Konsument.

00:13:12: Es ist ein gewisses Muster zu erkennen, wenn Zölle erhöht werden dann übernehmen zunächst einmal die Unternehmen die Kosten der erhobenen Zöllen und zulasten ihrer Gewinne.

00:13:25: das machen sie aber nicht ewig.

00:13:27: irgendwann steigen die Preise.

00:13:29: deswegen hat ja auch die amerikanische Notenbank Momentan Probleme, weil die Preise steigen.

00:13:34: Weil die Kosten für importierte Produkte steigen und also letzten Endes zahlt die Zeche der Verbraucher.

00:13:43: Und wir dürfen bei der Gelegenheit und ich wiederhole mich hier nicht aus dem Auge verlieren, dass wir natürlich große Profiteure dieser internationalen Arbeitsteilung über Jahrzehnte hinweg gewesen sind.

00:13:55: Wenn der Rest der Welt immer gesagt hätte, wir fahren unsere eigenen Autos und keine in Deutschland hergestellten dann wäre der Wohlstand in Deutschland geringer.

00:14:06: Und insofern, also sollten wir das Kind nicht mit dem Bade ausführen und sollten keine Festung Europa konstruieren.

00:14:13: Aber – und da kommt ein großes aber – es gibt natürlich ein großes Land, dass sich mit der internationalen Arbeitsteilung noch nicht so richtig angefreundet hat.

00:14:23: Das ist die Volksrepublik Schiederhardt, die von Handelsbilanzüberschuss zu Handelsbilanzüberschutz-Rekord eilt.

00:14:29: Da hat man natürlich ein grundsätzliches Problem, weil in unserem Wirtschaftssystem, ich sage das jetzt mal ein bisschen vereinfacht.

00:14:40: Es gibt keine natürlichen Feinde für Länder die Leistungs- und Handelsbilanzüberschlüsse erzielen.

00:14:46: Und da haben wir noch keinen Instrumentarium, meines Wegen die Volksrepublik China zu disziplinieren und zu sagen eure Wertung ist zu stark unterbewertet ihr subventioniert eure Automobilproduktion VW konkurriert nicht mit BID, sondern mit dem chinesischen Finanzminister.

00:15:08: das ist da haben wir noch.

00:15:12: Lernräume die wir füllen können

00:15:14: ja vielleicht Thema Zölle.

00:15:15: machen wir es nochmal ein bisschen konkreter.

00:15:17: also wir gehen durch den supermarkt und wir sehen irgendein konkretes produkt.

00:15:21: also können sie uns vielleicht einmal mitnehmen also Vielleicht die Auswirkung von Zöllen auf ein konkretes Produkt, also sei es argentinischer Wein oder was auch immer.

00:15:29: Also was macht das letztlich im Geldbeutel der Bürgerinnen und Bürger aus?

00:15:33: Also so eine Zeubpolitik.

00:15:35: Es macht etwas.

00:15:37: bei ihrem Kettelec, den sie aus dem USA bezieht hat Europa über viele Jahre hinweg einen Einfuhrzoll erhoben in Höhe von zehn Prozent.

00:15:46: Das vergleicht sich mit einem vortragendem Einfuherzoll für ein Mercedes von zwei Komma fünf Prozent.

00:15:54: Also das sind schon gravierende Unterschiede.

00:15:57: Und im Bereich der Landwirtschaft in Güter müssen wir natürlich als Europäer den mitgesenktem Haupt die Sache ansehen, weil Europa ist kein Freihandelsland bei Agrarprodukten.

00:16:11: Das ist ganz klar, es ist auch keine anti-europäische Äußerung.

00:16:16: Europa schützt den eigenen Agrarmarkt insbesondere weil Frankreich auf dieser Politik beharrt und insofern gibt es da Beschränkungen, die weit über Zölle hinausgehen.

00:16:27: Also mengemäßige Beschränkung, Kontingente.

00:16:30: das ist eine hoch regulierter Handel und da könnten wir tatsächlich liberalisieren wenn es die Franzosen nicht gebe, die es nun mal gibt.

00:16:38: Also im Bereich des Agrarhandels hat Europa sich in den letzten Jahrzehnten nicht mit Ruhm bekleckert.

00:16:44: Im Bereich der Industrieprodukte gibt es Bereiche, wo wir auch liberalisieren könnten oder hätten können und aber das ist momentan vergleichsweise illusorisch eine solche Forderung zu erheben.

00:17:00: also sie merken dass bei ihrem zurück zu ihrem Auto.

00:17:03: Sie merken das, wenn sie ein Auto nach Europa importieren wollen, dass jetzt kein chinesisches Batteriebetriebenes Auto ist.

00:17:10: Damit gibt es diesen seit vielen Jahren den Zoll von zehn Prozent.

00:17:13: Das ist jetzt kein unüberwindbares Hemmnis.

00:17:16: aber wenn sie jetzt einen amerikanischen Lastwagen importieren wollten weil ihnen dieser amerikanische Lastwagen sozusagen dann sind wir schon bei zwei Prozent.

00:17:24: also auch europa schützt die eigene Industrie.

00:17:29: Und nochmal zurück zu dem, was wir schon am Anfang hatten.

00:17:32: Wir machen uns vergleichsweise wenig Gedanken über das große Bild in der Handelspolitik.

00:17:41: Machen Einzelmaßnahmen, wir kämpfen da.

00:17:43: Wir kämpfen dort aber wo sollen denn die Reise hingehen?

00:17:46: Es bleibt ein bisschen auf der Strecke und das müsste.

00:17:50: in den nächsten Monaten und Jahren müssen wir uns darüber Gedanken machen weil weder die Chinesen noch die Amerikaner sind besonders konstruktive Akteure in den heutigen internationalen Wirtschaftsbeziehungen.

00:18:02: deswegen wäre es sinnvoll wenn die Europäer mit anderen Gleichgesinnten sich da Gedanken machen würden.

00:18:09: Ja, ganz wichtiges Thema, Thema Export.

00:18:11: Also wir sind ja ein exportorientiertes Land also unsere Maschinen, Autos, sonstige Produkte gehen in alle Welt.

00:18:16: das bringt großen Wohlstand hier in unser Land und das gerät ja zunehmend unter Druck insbesondere auch die mittelständigen Wirtschafts-.

00:18:22: also jetzt mal VW und die großen Autojahrsteller ausklammern.

00:18:26: Was glauben Sie denn?

00:18:27: Welche Auswirkungen hatten das auf die Beschäftigten der mitteländischen Wirtschaft in der Industrie in Deutschland wenn wir auf so eine Handelspolitik treffen?

00:18:37: Natürlich keine guten Auswirkungen.

00:18:39: Wenn Sie gerade in die Mobilindustrie und die Zulieferer schauen, dann sieht das sehr fitzler aus!

00:18:45: Man könnte das jetzt auch etwas zugeschwitzt sagen, da wurden auch Übertreibungen der vergangenen Jahre werden jetzt mal korrigiert.

00:18:55: Es gibt ein niedersächsisches Automobilunternehmen, dass in der Vergangenheit auch übertrieben hat was die Versorgung der eigenen Leute angeht um Bereichs zu lassen.

00:19:09: Also nicht alles, was wir uns erlaubt haben in der Vergangenheit war hat der Wettbewerbsfähigkeit der betroffenen Unternehmen genutzt und nicht jede Arbeitszeitverkürzung mit vollem Lohnausgleich war sozusagen nachhaltig.

00:19:24: das soll ja heute wenn man die Diskussion verfolgt auch ein Stück weit zurückgetreten werden.

00:19:30: also es gibt Korrekturen akzeptabel sind, aber es gibt natürlich die Frage ob es irgendwann dieser deutsche Automobilindustrie überhaupt noch geben wird.

00:19:43: Ich würde jetzt davor warnen ausschließlich den Rest der Welt für diese Entwicklung verantwortlich zu machen.

00:19:50: wir haben in Europa auch sehr viele Hausaufgaben noch nicht gemacht.

00:19:55: Der Binnenmarkt ist noch nicht vollständig ohne Hürden.

00:20:00: Wir haben auch eine regulierungsfreudige europäische Kommission, die den europäischen Verbraucherinnen und Verbrauchern gelegentlich das Leben auch schwer macht.

00:20:10: Wir haben morgens den Milchkarton aus dem Kühlschrank holt.

00:20:13: weiß man wovon ich spreche?

00:20:14: Und das gilt natürlich auch für Autos.

00:20:16: wir haben in Europa und in Deutschland insbesondere heute sehr alte Autos.

00:20:22: Das Durchschnittsalter hat einen Rekordwert erreicht und es liegt ein Stück weit natürlich an den zurückgehenden realen Einkommen.

00:20:29: Aber es liegt ein Stück weit auch daran, dass dieses wie das die Eva Zettmann geschrieben hat EU gebibelt die Leute ganz verrückt macht.

00:20:35: sie wollen diese Wagen nicht.

00:20:39: der Chef von Peugeot sagte wir geben sehr viel Geld dafür aus in Einrichtungen Systeme in unsere wagen einzubauen Die die leute nicht haben wollen die die verbraucherlich haben wollen Sie dann mit einem knopfdruck ausschalten möchten.

00:20:55: Und da muss sich die Europäische Kommission natürlich auch fragen, ob sie da nicht auf einem gewissen Holzweg ist und ob Sie dann in die Konsumfreude der Europäerinnen- und Europäern nicht unnötig einschränkt.

00:21:08: Anders formuliert Mario Draghi, der frühere Chef der Europäischen Zentralbank hat im Jahr zwei tausend vierundzwanzig ein Bericht veröffentlicht über die über die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Unternehmen und er sagte also vieles.

00:21:23: vieles könnten wir?

00:21:25: Wir könnten Kosten senken, ohne mit den Amerikanern zu sprechen und ohne mit dem Chinesen zu sprechen.

00:21:30: Wir können einfach bürokratische Verfahren abschaffen.

00:21:35: Und das kommt in Unternehmen aus zuguter.

00:21:37: Das sollten wir auch einfach tun!

00:21:38: Da brauchen wir auf niemanden zu warten, da brauchen wir keine Gespräche mit Washington.

00:21:43: Also es ist ein Gefahr an der gegenwärtigen Diskussion, Herr Stuhl, dass man so ablenkt von dem eigenen... von den eigenen Schwächen und sagt, das ist nicht alles der Tram.

00:22:00: Wenn wir jetzt mal dann auch auf ein Standort Deutschland gucken... Wir haben die Regulierung.

00:22:04: Wir haben immer weniger Menschen, die arbeiten also es gehen ja viele in Rente.

00:22:09: nochmal und das wird ja ein großes Problem dieser Lücke zu schließen Und wir haben diese Zeubproblematik.

00:22:15: Wie ist denn Ihr Blick auf den Standort Deutschlands?

00:22:19: internationale Relation setzt, als gibt es da andere Länder die uns schon voraus sind.

00:22:24: Wie ist so ihre Prognose für den Standort Deutschland?

00:22:27: Also wir sind ja Koma gewohnt.

00:22:30: Wir hatten vor zwanzig Jahren Regierung Schröder, da waren wir der kranke Mann Europas.

00:22:35: Neun Jahre später konnte Deutschland vor wirtschaftlicher Kraft kaum laufen.

00:22:41: Man darf das noch mal erwähnen.

00:22:42: die Fußball-Weltmeisterschaft gewonnen und jetzt sind wir wieder auf dem Stand von zwei Tausend Fünf.

00:22:48: Das ist im Übrigen auch nicht besonders besorgniserregend.

00:22:52: eine Krise nutzt man und schaut, was muss verändert werden damit wir wieder wachsen können.

00:23:00: Damit wird das Wachstum wieder eine gewisse Höhe erreicht.

00:23:05: Ich bin im Grunde ich will nicht sagen zuversichtlich dass wäre vielleicht sogar ein bisschen zu viel aber es gibt natürlich Entwicklung die einem Die hat.

00:23:15: zuversichtlich stimmend vor wenigen Wochen, hat in Finnion das modernste Halbleiterwerk der Welt.

00:23:21: In Sachsen oder Indristen eröffnet und wenn man mal liest was da passiert ist, wie schnell die Genehmigungsverfahren gelaufen sind.

00:23:31: Da sind Genehmigung beantragt worden während am anderen Ende der Fabrik gebaut wurde.

00:23:37: Und innerhalb von drei Jahren ist dieses modernste halbleiter Werk fertiggestellt worden.

00:23:46: Ein Vorzeigewerk ist auch von der behördlichen Genehmigung her ein Vorzeig.

00:23:52: Projekt.

00:23:53: und also man sollte jetzt nicht in die tiefe Depression verfallen.

00:23:59: Und sollte sagen Stuttgart, einundzwanzig ist das einzige was wir in diesem Land betrachten.

00:24:04: es gibt auch Dresden zwei tausend sechsten zwanzig und diesen.

00:24:10: in diesem Spannungsverhältnis ist die Wirtschafts die wirtschaftliche Entwicklung zu Betrachten.

00:24:15: Es gibt natürlich Dinge die geändert werden müssen das Wissen auch viele Bürgerinnen und Bürger.

00:24:21: Das Problem scheint mir zu sein, dass die Politik es bislang nicht so richtig schafft, also wir machen jetzt eine Politik, die alle betrifft, die auch allen etwas abverlangt.

00:24:37: Man hat den Eindruck, dass das noch ein bisschen ungleich verteilt ist aber grundsätzlich macht mir das keine allzu große Sorge.

00:24:44: dieses Land hat vor allem noch sehr gut ausgebildete Menschen Und das ist, was im Standortwettbewerb doch sehr stark zählt.

00:24:52: Ich war neulich bei einer Veranstaltung, der sagte ein französischer Bankier Deutschland ist ein Niedriglohn-Standort für IT Entwicklungen.

00:25:02: Das schreckt man im ersten Moment zurück und denkt, was ist denn, was meint der Mann damit?

00:25:06: Aber er vergleicht natürlich die Gehälter von Krahi-Ingenieuren in den USA.

00:25:11: Die neunzehntausend Dollar im Jahr verdienen mit dem, was ein Krahientwickler in Deutschland verdient.

00:25:16: Da sind wir schon relativ billig.

00:25:18: also da müssen wir uns eigentlich keine Sorgen machen.

00:25:21: eher zu am unteren Ende der Bandbreite und nicht am Proberen.

00:25:28: Und insofern wird es da auch Entwicklungsmöglichkeiten

00:25:32: geben.".

00:25:33: Prof.

00:25:34: Dieter, wenn man jetzt den Zuschauerinnen und Zuschauern – also wenn man das Gespräch reflektiert – wenn es jetzt eine Erkenntnis aus unserem Interview gibt die die Zuschauerin und Zuschauer mitnehmen sollten?

00:25:44: Welche wäre das aus Ihrer Sicht?

00:25:46: Auf die eigenen.

00:25:48: auf die eigenen Fußspitzen schauen und überlegen, was kann man besser machen?

00:25:52: Und was ist schief gelaufen in den vergangenen Jahren.

00:25:57: Dann kommt man schon weiter.

00:26:02: Es gibt ja in Europa schon Länder, die in den letzten Jahren uns enteilt sind.

00:26:07: Dazu gehört allen voran die Schweiz Und die Eidgenossen, die als ich ein junger Mensch war, etwa auf das gleiche Wohlstands-Niveau hatten wie wir es in Deutschland damals hatten.

00:26:18: Die Eid genossen sind heute extrem wohlhabend und da kann man auch mal schauen was haben die denn gemacht?

00:26:24: Was haben die beispielsweise in der Steuerpolitik gemacht?

00:26:27: Der Spitzensteuersatz schwankte immer bisschen von Kanton zu Kanton liegt natürlich deutlich hinter dem was wir tun Und die Botschaft muss natürlich auch sein.

00:26:38: Engagement und Leistung lohnen sich möglicherweise in anderen Ländern mehr als bei uns, und da könnten wir etwas tun.

00:26:46: Das ist ja nicht von Brüssel gemacht – die Steuer- und Abgabenlast, sondern die ist von uns in Deutschland gemacht.

00:26:52: Und wir haben eine verbreitete Wahrnehmung, das ist natürlich in manchen Kreisen relativ unpopulär was ich jetzt sage.

00:27:00: Wir haben die Wahrnehnung dass man aktive Leute belasten kann und belasten können und dass sie trotzdem ihr Verhalten nicht ändern.

00:27:08: Sie verändern ja Verhalten sich arbeiten weniger Es geht niemand mehr in Vorurstand, aber natürlich gibt es eine gering ausgeprägte Bereitschaft bei Teilen der Erwerbsbevölkerung aus der Teilzeit herauszugehen.

00:27:23: Also das können wir erinnern weil wir haben's auch gemacht.

00:27:26: Das ist von Menschen gemachtes von Menschen veränderbar und sich Gedanken darüber zu machen was man besser machen kann ist nie verkehrt und das sollten wir Deutschland auch tun.

00:27:35: Wir hatten eine lange Phase des Wachstums, wo wir als Gesellschaft offenbar den Eindruck hatten.

00:27:47: Wir müssen nur so weitermachen und diese gegenwärtige und nun mittlerweile seit sechs Jahren anhaltende Krise gibt uns die Gelegenheit nachzudenken was soll in den nächsten zehn Jahren besser werden?

00:27:57: Wo wollen wir Anreize verändern?

00:27:59: Und der Rest der Welt wartet natürlich nicht auf uns.

00:28:03: Sie warten nicht, bis Deutschland die Hausaufgaben gemacht hat.

00:28:06: Das geht im Fußball wie in den internationalen Wirtschaftsbeziehungen aber wir können da einiges selber bewegen ohne dass wir von irgendjemand eine Genehmigung dafür brauchen.

00:28:20: wieder und ich wiederhole mich hier weder von Brüssel noch von Washington.

00:28:23: Ja lieber Professor Dieter vielen Dank für das Gespräch.

00:28:27: ja ich danke Ihnen schon Politik auf den Punkt gebracht.

00:28:34: Ein Podcast der Unionstiftung.

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