Saarland, Frankreich, Kirche: Was hält unsere Gesellschaft zusammen? | Wolfgang Bach

Shownotes

Wolfgang Bach verbindet in seinem Roman „Ins zierliche Land“ politische Erfahrungen, gesellschaftliche Entwicklungen und literarische Fiktion. Im Gespräch geht es um die Frage, wie nah ein Roman an politischer Realität sein kann – und warum sich manche Beobachtungen über Macht, Verwaltung und gesellschaftlichen Wandel gerade in fiktionaler Form erzählen lassen.

Ein Schwerpunkt liegt auf dem Saarland und seiner besonderen Lage zwischen Deutschland und Frankreich. Bach erläutert, weshalb die deutsch-französischen Beziehungen für das Land eine besondere Chance darstellen, welche Rolle die Frankreich-Strategie spielt und warum grenzüberschreitende Zusammenarbeit weit über ein regionales Thema hinausgeht.

Auch seine jahrzehntelangen Erfahrungen als Lehrer und Ministerialbeamter prägen seinen Blick auf Politik. Bach beschreibt sich als zweckoptimistisch und spricht darüber, wie Regierungsverantwortung politische Perspektiven verändern kann. Dabei unterscheidet er zwischen einem anstrengenden Wertkonservatismus und einem populistischen Konservatismus, der komplexe Probleme mit einfachen Antworten beantworten will.

Ein weiteres Thema ist die Zukunft der Kirche. Ausgehend von Immanuel Kant diskutiert Bach die Unterscheidung zwischen sichtbarer und unsichtbarer Kirche und fragt, was von kirchlichen Institutionen bleibt, wenn Mitgliederzahlen sinken und die Säkularisierung voranschreitet. Entscheidend sei dabei auch, ob Kirche vor Ort weiterhin Menschen erreicht und neue Formen der Begegnung findet.

Zur Sprache kommen außerdem die Wandervogelbewegung, politische und literarische Vorbilder, die Gefahren der Digitalisierung im Bildungsbereich sowie die Frage, welche Werte eine Gesellschaft tragen können, wenn traditionelle Institutionen an Bedeutung verlieren.

Wolfgang Bach war unter anderem Lehrer, Reserveoffizier und rund drei Jahrzehnte in der Ministerialverwaltung in den Bereichen Bildung und Wissenschaft tätig. Diese Erfahrungen fließen ebenso in seinen Roman ein wie sein Interesse an deutscher und französischer Geschichte, Politik, Kirche und gesellschaftlichem Wandel.

Das Buch zur Folge: Wolfgang Bach: „Ins zierliche Land“, Geistkirch Verlag https://geistkirch.de/produkt/ins-zierliche-land/

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Transkript anzeigen

00:00:03: Politik auf den Punkt gebracht.

00:00:06: Ein Podcast der Unionstiftung.

00:00:12: Heute zu Gast bei uns im Podcast, Wolfgang Bach.

00:00:15: Herzlich willkommen!

00:00:17: Gerne, ich danke für die Einladung.

00:00:19: Herr Bach Sie haben ein Buch geschrieben ins zierliche Land und sie waren in Berufsleben in der Wissenschaft, in der Ministerialverwaltung oder in der Schule.

00:00:28: Wie sind Sie denn auf die Idee gekommen diesen Roman zu schreiben?

00:00:34: Ich hatte endlich Zeit nachdem der berufliche Dienst und auch der ehrenamtlichen Dienst beendet waren, die enkel Kinder groß genug waren um sie loszulassen.

00:00:48: Ging es mir darum das ein oder andere zu schreiben wobei ich gleich von vornherein sage es gingen wir nicht so eine Art persönlicher Selbstdarstellung wie man das vielleicht von Elternortoren erwartet sondern es ging einfach darum dass ich gerade im Blick auf die Kinder Enkelkinder, mir zunehmend die Frage gestellt habe.

00:01:08: Was sind Tendenzen in der Gegenwart?

00:01:10: Die Zukunft der heute noch Jungen bestimmen?

00:01:16: und darum ging es mir in diesem

00:01:17: Romanen.

00:01:19: Und bevor wir jetzt noch tiefer einsteigen erzählen Sie nochmal ganz kurz was haben sie so in ihrem Berufsleben alles gemacht?

00:01:26: also mal einen kurzen Überblick wer ist der Wolfgang

00:01:29: Bach?

00:01:34: ich sage mal so dass das schon vielleicht ein Vergleich erlaubt mit einem der Vorkommenden Figuren.

00:01:41: Evangelisch getauft ist mir wichtig, sehr bald in der Wandervogelbewegung aktiv, in der bündischen Jugend.

00:01:51: Das hat mir schon meine pädagogischen Anregungen gebracht.

00:01:55: ich bin dann nach der längeren Bundeswehrzeit als Reservovizierer.

00:02:01: Ich bin dann Lehrer geworden war rund zehn Jahre im Schuldienst und Dann bin ich ins Ministerium, wo ich rund dreißig Jahre gearbeitet habe.

00:02:16: Zunächst in den Bereichen Bildung dann Wissenschaft und schließlich – das hab' ich eben angedeutet – gab's auch noch gewisse Ehrenämter die mich in meinem Leben mitbestimmt und beeinflusst haben.

00:02:32: Ja, und dann haben sie den Roman geschrieben.

00:02:36: Und gab es da so einen konkreten Auslöser?

00:02:38: Wo Sie gesagt haben okay jetzt muss ich das Thema aufgreifen, muss den Roman

00:02:42: schreiben.

00:02:44: Die gab's in den zwanzig-vierundzwanziger Jahren.

00:02:48: Äh ... In dem Jahr ist das Kantjubiläum, dreihundert Jahre Kant.

00:02:55: Es gab noch ein Goethe-Jubilänium.

00:02:57: Das gibt's ja häufiger also zuhundertsiebzig Jahre Goethae.

00:03:01: Und ich als Leser dieser beiden Hatte die Idee, das ein oder andere noch mal aufzuschreiben und dann vielleicht zu verbinden mit dem eben genannten Projekt Romain.

00:03:13: Also das war eigentlich der ... Das war eigentlich im Jahr ... Das

00:03:24: ist ja auch sehr spannend.

00:03:25: ins zierliche Land also es macht er schon sehr neugierig.

00:03:29: was verbirgt sich denn hier durch diesem Titel?

00:03:31: Also warum wurde dieser Titel gewählt?

00:03:33: von Ihnen?

00:03:35: Also zu schreiben, das kleine Land.

00:03:37: Das hätte niemand neugierig gemacht.

00:03:40: Das war mal das Erste.

00:03:43: Wichtig war allerdings dann wiederum ein Einfluss Goethes die Entdeckung eines Satzes von ihm der mir auf den Punkt zu bringen scheint worum es mir persönlich ging.

00:03:55: ich darf dieses eine zitieren zierlich denken und süß erinnern ist das Leben im tiefsten Inneren.

00:04:01: Es ist ein sprichwörtliches Gedicht von dem Meister Und bei dem Ehrgeiz sozusagen von dem gewöhnlichen Attribut klein abzurücken, kam mir das wie gerufen.

00:04:18: Im Übrigen heißt es ja nicht das zierliche Land sondern es heißt ja inszieherlicher Land.

00:04:23: Das heißt das ging mir auch darum deutlich zu machen da gibt es ein Appell in Richtung wenn sie so wollen eine touristische Empfehlung und Im Übrigen kommen im Roman vier Romanfiguren vor, die dann auch in dieses Land zurückkehren.

00:04:41: In diesem Fall ist das eine Art Anspielung auf den Inhalt.

00:04:47: Ja und ich glaube es ist noch eine Anspielung auf das Saarland.

00:04:50: also kann man sagen dass der Titel ins tierische Lande eine Anspielen auf das saarland ist.

00:04:55: oder steckt da was größeres dahinter hinter dieser Idee?

00:04:59: Das Wort Saarland taucht überhaupt nicht auf

00:05:02: Auf dem Titel als Umriss des Landes, oder?

00:05:05: Ja.

00:05:05: Sie spielen an auf den Cover ... Bernd Kiesl hat das Cover gemacht und er hat mit diesem Gebilde in dem eingeweihter, unschwerter Saarland erkennen können im Grunde gespielt.

00:05:20: Ich war also sozusagen Den Inhalt von dem Er wusste in Verbindung gebracht Mit den Umrissen dieses Saarlands.

00:05:27: Ansonsten taucht das Saar Land als geografische Bezeichnung nicht auf.

00:05:33: Es ist ein kleines Land, ich schreibe an einer Stelle Zierlich- und Seezeuge wechselvoller Zwischenlage zentral nur wenn man sich mit den anderen Resten des alten Lutheringians der Loränen und Lötzebursch zusammen sah.

00:05:52: Insofern ist es über die Grenzen, die geografischen Grenzen dieses kleinen Bundeslandes weit hinausgehend.

00:05:59: Ja und es ist ja ein Roman, also eine fiktionale Handlung.

00:06:03: Und die Handlungen des Romans, die spannt sich über ein halbes Jahrhundert deutsche Geschichte.

00:06:10: Also nehmen Sie uns da noch mal mit.

00:06:11: Was sind da die konkreten Handlungsstränge?

00:06:14: Was ist die Geschichte, die in diesem Roman erzählt wird und auch vielleicht so dieser geschichtliche Bezug?

00:06:21: Ich deutete vorhin an dass es im Lebenslauf des Autors bestimmte Stationen gibt, die gibt es bei einer der Romanfiguren auch.

00:06:33: Das ist der Johannes Acker?

00:06:35: Genau!

00:06:36: Also auch da die evangelische Taufe auch da Wandervogeljahre auch da Wehrdienst mit dem Beruf zunächst das Offiziers und dann das Lehrers.

00:06:49: Dann die Erfahrung im Ministerium.

00:06:55: Ähnlich wie der Protagonist, ist der Autor interessiert an ökologischen Frauen.

00:07:06: Er ist zwar nicht wie der Acker ein Geologe von Haus aus aber er ist interessiert den Fragen der Erde und Zukunft der Erde.

00:07:17: Und nicht zu vergessen, er bedauert wieder Autor Wie viele Saarländer wohl auch dass die französisch Sprachkenntnisse nicht so gut sind.

00:07:30: Das ist ein Motiv, das sein Handeln bestimmt und auch den Roman durchzieht.

00:07:36: aber ich muss auch sagen Aléser hat mal nachgezählt mindestens an zwanzig Stellen war ich die Figur Acker sehr deutlich ab und da kommt der Acker und damit gegebenenfalls auch der Parallel und der verdacht stehende Autor schlecht weg.

00:08:01: Insofern ist das kein Heldenporträt des Autors.

00:08:05: Wenn Sie nach der Story fragen, ... Der Plot lebt von einer politischen Affäre.

00:08:13: Diese politische Affäre hat die Aussichten der zweiten Partei in einer Dreierkoalition die Wahl noch einmal zu gewinnen, erheblich verschlechtert.

00:08:29: und aus dieser Krise heraus versucht man mit einer Imagekampagne das verlorene Image wiederzugewinnen.

00:08:41: Das will man indem man diesen jetzt pensionär Acker instrumentalisiert was der aber nicht mit sich machen lässt.

00:08:51: stattdessen folgt eher seiner Franco-Phonie Philly und haut ab.

00:09:00: Über bestimmte Stationen seines beruflichen Lebens kommt er dann in die Lorén, das ist ein wichtiger Punkt.

00:09:09: Er begegnet dort in Metz der französischen Kultur.

00:09:15: Er lernt eine Französin kennen, die in dem Roman sozusagen die Allegorie Frankreichs ist.

00:09:22: mit dieser Französinn lernt er nicht nur besser Französisch sprechen, sondern er begreift auch was geschichtspolitisch in Lothringen.

00:09:33: Die Bedeutung ist für ganz Frankreich!

00:09:36: Insofern ist das ein Blick weit über die Grenze hinaus.

00:09:39: Ich will nicht von dem Ende des Plots viel vor wegnehmen Das ganze Ende zum Teil offen aber ist eben eine Mischung aus politischen Vorgängen kulturellen Gegebenheiten Auch literarische Anspielungen.

00:09:55: Sie haben ja eine große Erfahrung, auch im Bereich Politik.

00:09:58: Wenn man in der Verwaltung arbeitet, kommt man zwangsläufig in Kontakt mit der Politik.

00:10:03: Gibt es da auch reale Vorbilder?

00:10:06: Haben sich Inspirationen im Laufe des Berufslebens geholt und hat sich das niedergeschlagen im Roman?

00:10:14: Jetzt verführen sie mich doch zu einem Hinweis ... Bekannte Personen der Zeitgeschichte kommen nur so weit vor, wie dies zum Verständnis des fiktiven Geschehens erforderlich ist.

00:10:25: Ansonsten sind Person und ihr Handeln frei erfunden.

00:10:29: Wo Namensgleichheit, Namensähnlichkeit, Parallelität von Ereignissen und Gegebenheiten bei noch lebenden Personen dazu verführen, Portres zu vermuten, ist dies vom Autor nicht

00:10:39: beabsichtigt.".

00:10:40: Natürlich gibt es Anregungen, Bleibende Eindrücke von Menschen positiven wie negativen, aber ich bin weiter davon entfernt gewesen hier Porträts zu entwickeln.

00:10:54: Wenn Sie danach fragen ob es Beispiele gibt für Leute, für handelnde Personen dann will ich zwei nennen.

00:11:03: Ich habe ja angedeutet dass es da unter anderem um den Wandelfugel geht das heißt eine inzwischen etwas in Vergessenheit geratene Form der Jugendarbeit, der Überkonfessionellen, der überparteilichen und besonders musischen Arbeit mit Jugendlichen oder von Jugendlichen.

00:11:19: Es kommt auf Selbstständigkeit dabei sehr an.

00:11:25: Eine Figur, die hier eine Rolle spielt ist ein Mann namens Hecker.

00:11:30: Dahinter verbirgt sich eine Burg, die Sie möglicherweise kennen im Hunsrück, die Burg Waldeck im Grunde das Zentrum der Nährrotter Bewegung.

00:11:42: Und dort hab ich natürlich den Einblick gehabt in die verschiedenen Bundesführer im Lauf der Zeit und habe zum Teil einen Mann porträtiert, bei dem ich beobachtet habe wie er sehr schnell aufgrund eines bestimmten Konservatismus ... In den Ruf kam ein Faschist zu sein.

00:12:08: Und diese Frage, inwieweit Konservatismus, Wertkonservatismus, Strukturkonservatismus und solche Entgleisungen eine Zusammenhang rechtfertigen.

00:12:20: Dies habe ich natürlich mir nicht nehmen lassen bei der Entwicklung des Romances.

00:12:26: Es gibt andere, eine ähnliche Figur Christianin sollte aber es würde zu weit führen jetzt Personen zu nennen.

00:12:31: Ich habe jetzt bewusst den einen nur kurz genannt, den anderen etwas länger.

00:12:35: Es sind inzwischen verstorbene

00:12:37: Personen.".

00:12:39: Okay, vielleicht nochmal ganz kurz Wandervogelbewegung?

00:12:42: Erzählen Sie uns mal so zwei, drei Sätze.

00:12:44: was zur Wander-Vogel-Bewegung?

00:12:45: weil tatsächlich muss ich gestehen also war mir jetzt nicht so der Begriff!

00:12:50: Die Wander Vögel sind durchaus vergleichbar mit den Fahrtfindern.

00:12:56: sie sind weniger sozusagen sagen administrativ zentralisiert.

00:13:04: Die Wandervögel liebten die Freiheit, ihre Ideale waren nach dem Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts die große Fahrt das eigene Singen vor allem eben das eigene Tun.

00:13:18: also man hat sich selbst

00:13:20: die

00:13:21: Jacken geschnitten Man hat sich die eigene Gedichte geschrieben und hat die eigenen Lieder gespielt.

00:13:28: und diese Kultur der Selbstständigkeit und einer, wenn sie so wollen, strikten Wertehaltung bei gleichzeitiger musischer Offenheit und Überparteiligkeit.

00:13:41: Dies hat ihnen manchmal den Ruf eingebracht ein wenig zu konservativ zu sein.

00:13:49: Sie wurden unter den Nazis verboten.

00:13:52: aber es gab durchaus Verknüpfungen die in dem Roman auch thematisiert werden die nachdenklich machen, aber die uns nicht dazu verführen sollten jetzt über alle der Vergangenheit, über alles was da passiert ist zu richten.

00:14:13: Ja also ganz ganz spannend habe ich vorher so in dem Detail noch nicht gekannt.

00:14:17: und kommen wir nochmal zurück auf den Roman als das sich schildern.

00:14:21: ja Politikverwaltung Und wahrscheinlich haben sie sich auch gedacht, okay da gibt es Passagen.

00:14:30: Die kann ich nur als Roman erzählen aber nicht als Sachbuch.

00:14:34: Stimmt das?

00:14:34: Ja, stimmt.

00:14:36: Dieses Problem haben Sie als Autor der was Fiktives schreiben will.

00:14:41: Ich nenne immer vier Beispiele.

00:14:43: ganz kurz eine Landesvorstandssitzung der von einer erneuten Niederlage bedrohten Regierungspartei.

00:14:51: Man so etwas so darstellen, wie es noch nie dargestellt wurde und wie es möglicherweise augenzwingkant durchaus ein realen Bezug haben könnte.

00:15:02: Und kam auf die Idee das zu verbinden mit der berühmten Rede des Papstes Franziskus gegen seine Kurie.

00:15:11: So gibt es also eine Landesvorstandssitzung unter dem Gesichtspunkt Kurienkrankheiten der Partei.

00:15:18: Das ist fiktiv!

00:15:21: nicht ganz von der Wahrheit entfernt, vermute ich mal.

00:15:25: Dann habe ich ... Ich dachte es vorhin schon mit Allegorien gearbeitet das heißt mit der Verbildlichung und mit der Personifikation vom Abstraktem.

00:15:32: Das ist einmal halt bei der genannten Person die für Frankreich steht eine Sibir oder Sybille Und das ist eine Pfarrerin namens Anna.

00:15:45: Und schließlich Die Gefahren der Digitalisierung werden angesprochen bei dem dynamischen Prozess, den wir ja in vollem Gang im Augenblick erleben.

00:15:55: Fast wöchentlich neu!

00:15:56: Bei diesem dynamischen prozess ging es mir darum fiktiv eine Verführung digitaler Strategie aufzuzeigen im Bereich der Erziehung und das konnte ich natürlich nur fiktif machen.

00:16:14: Ja und die Fiktion, also ist das manchmal auch so.

00:16:18: Die ehrlichere Form um politische Wirklichkeit Prozesse zu beschreiben.

00:16:25: Also kann man dann ein Stück weit ehrlicher sein.

00:16:29: Das Wort von Martin Walser in Autobiografien werde gelogen Deshalb werde er oder deshalb schreibe er Romane Warum?

00:16:38: Weil er dann der Wahrheit näher sei.

00:16:40: Ich kann ihm einiges abgewinnen Manchmal jedenfalls schon, aber verantwortbar ist das meines Erachtens nur dann.

00:16:48: Ist die Fiktion nur dann wenn sie der Verleumdung der anderen und der Platzbehauptung von einem selber eben nicht dient sondern wenn Sie diese sozusagen ethische Zielsetzung beachtet, ansonsten wäre ja ein Lob auf die Fiktion das Lob auf alles Mögliche was wir sicherlich auch kritisieren müssen.

00:17:15: Ja kommen wir zurück zur Politik.

00:17:17: also sie waren in Lahtner Funktion als Beamter Ministerien tätig oder als Ministerialbeamter und haben auch unterschiedliche Regierungen erlebt.

00:17:26: und wie hat sie denn diese Erfahrung geprägt?

00:17:29: Also wie ist ihr Blick auf die Politik?

00:17:32: skeptisch oder sagen sie, okay da hab ich auch viele gute Dinge erlebt.

00:17:36: Aber so rückblickend wie... Wie blicken Sie auf die Politik?

00:17:43: Eher optimistisch!

00:17:45: Sie können auch sagen eher zweckoptimistisch weil es keine Alternative gibt.

00:17:51: Ich habe an einer Stelle eine Figur sagen lassen eigentlich könnten heute die beiden großen Parteien fusionieren.

00:18:02: die nicht mehr so großen Parteien, kann man sagen fusionieren eine wachsame Opposition vorausgesetzt.

00:18:09: Wissen Sie wenn man Minister verschiedener Parteien war und das war dieser Typ von dem da die Rede ist in der Humania auch dann weiß man um die Sachzwinge der Exekutive und manches Argument aus eigenen Oppositionszeiten entpuppt sich dann als nicht so geeignet, um den überparteilichen gesunden Menschenverstand dann selber zu realisieren.

00:18:35: Verstehen Sie?

00:18:36: Also von daher bin ich geprägt von vielen Jahren das Erlebnisses von Demokratie und parlamentarischem Wechsel und es hat mir nicht geschadet.

00:18:49: Deshalb findet sich unter den politischen Akteuren auch so mancher positive, selbst bei den kritisch porträtierten Ministern.

00:18:58: Da kommen ja welche vor und man namens Otto oder andere Scheinmut.

00:19:02: Selbst bei denen gibt es deutlich sympathische Züge.

00:19:06: abgesehen vom Schurken des Romanians der Schurke heißt Karst ein bewusst metaphorisch bewusst gewählter Name um deutlich zu machen das worum er wofür er arbeitet, eine problematische Digitalisierung geschieht im Untergrund.

00:19:24: So wie das Kastgestein etwas ist was nicht an der Oberfläche zu finden ist.

00:19:30: Es gibt unter den politisch Akteuren, wie gesagt manche positive eigentlich durchweg positive Bilder Nicht zu vergessen.

00:19:41: aber die Jugend.

00:19:41: also im Roman kommen ja auch kommt die neue Generation vor.

00:19:46: Gibt es ein Mädchen, das durchaus die Probleme des Handys, des Smartphones durchschauen weiß?

00:19:56: Es gibt eine andere.

00:19:57: Die hasclarissa lässt sich auf einen deutsch-französischen Jugendaustausch ein und unterstützt damit eine Zielsetzung des Buches für eine deutsch französische Kooperation zu werden.

00:20:07: Ja.

00:20:09: Vielleicht noch mal zurück zur Politik bevor wir auf das Themenfeld Europa und auch ... dass wir heute zu skeptisch auf die Politik schauen.

00:20:18: Also, motzen wird so viel und also das hat jetzt nicht so viel im Roman zu tun.

00:20:23: aber wie ist ja Ihre Einschätzung?

00:20:25: Sie haben gesagt sie haben so ein optimistischer Blick auf die Politik.

00:20:31: Was uns heute auffällt ist Das was ich an irgendeiner stelle im roman deutlich gemacht habe Dass selbst Die vermeintlich ewigen institutionen wie die kirche unter druck praten und damit natürlich auch die Regierung.

00:20:47: Die Ansprüche nehmen zu, das hat was mit Demokratisierung zu tun?

00:20:51: Aber ich bin weiterverrannt darin, den Hauptgrund zu sehen für den Scheiden.

00:20:56: da ist die Komplizität der Welt, die wir inzwischen aufgebaut haben, zu unserem Vorteil, zu unserer Bequemlichkeit aber eben auch mit vielfältigen Nebenwirkungen.

00:21:09: Das muss man sehen.

00:21:09: Ich habe in dem Roman Da vier Freunde porträtieren.

00:21:14: Das ist auch ein Freundschaftsmann und habe da wiederum ein bisschen gespielt mit Wörtern, so wie sich das literarisch dann auch ergibt.

00:21:25: Da gibt es einen Franziskus-Richt auf.

00:21:27: Ein Jurist war mal Innenminister also zuständig für den Notruf, Eins, Eins Null.

00:21:34: Dann gibt es ein Andreas Gleichauf, dass er einer der in der Kirche sehr engagiert ist.

00:21:38: Es gibt ein Maximilian Freilauf, Liberaler der gerade die digitale Gefahr durchschaut und es gibt ein Tadeus Sing-Auf.

00:21:48: Das ist ein bündischer, ein Sänger auch ein Pädagoge.

00:21:51: Was fällt auf?

00:21:53: Alle haben sie im Namen das Auf!

00:21:56: Und es ist ein versteckter Hinweis auf das Land dass hier Thema ist nämlich Glück auf Okay.

00:22:02: Und dieses Glück auf, das ist eigentlich für mich der literarische Ausdruck immer noch trotz einer, wenn sie so wollen wirtschaftspolitischen Vergangenheit oder wirtschaftspolitisch vergangen gewordenen Situation.

00:22:18: Wir haben allen Grund, dass positive zu betonen und Transformation kriegen Sie nur hin mit einer gehörigen Portion.

00:22:28: Zweck Optimismus

00:22:31: Ja, und das Saarland hat ja auch eine besondere Lage in Europa.

00:22:34: Also wir liegen im Herzen von Europa.

00:22:36: es gab mal ein spannendes budditsches Experiment nach dem zweiten Weltkrieg indem er das Land also die CVP Jonas Hoffmann wollte ja das land europäisieren und Europa nochmal ein Stück weit in den Fokus rücken.

00:22:50: Und was glauben sie denn?

00:22:52: Die deutsch-französischen Beziehungen die ziehen sich auch durch den roman.

00:22:57: Warum sind die gerade für Saarland so wichtig?

00:22:58: Sie haben es ja eben kurz angesprochen.

00:23:00: Wir reden nicht so gut Französisch, wie sie sich das wünschen – ich auch nicht!

00:23:04: Aber genau warum ist diese Beziehung so wichtig für das Land?

00:23:10: Nicht zuletzt in der Werbung kennt man den Begriff positiver Merkmalsübertragung.

00:23:17: Das Marketing lebt von positiver merkmalzübertragerung.

00:23:23: Ich bin viel herumgekommen auch in den verschiedenen Bundesländern über KMK, Wissenschaftskonferenz usw.

00:23:29: habe immer wieder eins gemerkt, es ist zwar irgendwie trivial aber wir müssen uns das klar machen.

00:23:33: Ich war immer der, der für internationales zuständig war und für französische Fragen.

00:23:38: Das heißt diese Merkmals-Übertragung Saarland Frankreich.

00:23:45: manchmal schämen wir uns dessen, manchmal sehen wir dass das nebensächlich an, manchmal als zu herausfordernd.

00:23:51: Aber ich finde es gut, dass es im Jahr die Umsetzung der Frankreich-Strategie gab.

00:23:57: Sie ist ja in vollem Gang, ich hoffe das schreitet voran.

00:24:01: Ich finde es gut dass es den Beobachterstatus bei der internationalen Organisation der Frankfonnie gibt.

00:24:08: Das heißt wir haben keine Alternative.

00:24:13: Wir nutzen zu wenig manchmal den positiven Wert dieser Merkmalzübertragung.

00:24:19: Dann müssen wir uns daraus machen nicht so nach dem Monorach.

00:24:22: jetzt sind immer wieder die Franzosen im Reich.

00:24:25: Wir müssen was daraus machen.

00:24:26: Im Romanweg gibt es Beispiele dafür, ich nenne nur mal als Beispiel gerade im Zusammenhang mit Digitalisierung und Computersicherheit näher von AKW.

00:24:35: Was bedeutet das auch für uns?

00:24:37: Nicht zuletzt weil wir zum Teil davon profitieren.

00:24:40: Also da sind alles Fragen die rufen nur eine ein Problem immer wieder auf.

00:24:47: Das kommt im Roman am Rand vor.

00:24:49: Ich wollte ja nicht zu düster schildern Reicht die kritische Masse aus?

00:24:54: generell reicht die kritische Masse aus.

00:24:56: Das heißt erreichen wir wirklich den kritischen Punkt, den Schwellenwert ab dem ein Produkt hat, dem ein Projekt, ab dem eine eigene Dynamik entwickelt und sich dann von alleine trägt?

00:25:08: das habe ich auch als Beamter nicht kein Vorwurf an die Politik sondern halt der Situation des Landes, der Wirtschaft geschuldet habe ich oft erlebt die Frage nach der Mindestanzahl an Menschen die nötig sind um eine gesellschaftliche Veränderung im positiven Sinne herbeizuführen.

00:25:24: Also kritische Masse ist ein Problem müssen wir im Auge behalten sollen es nicht daran hindern an der positiven Merkmalzübertragung.

00:25:31: Ja also das versuchen wir natürlich und wir hoffen dass man Mit dem Saarland ja auch uns da entsprechend positionieren können.

00:25:38: Frankreichs Strategie wird ja angesprochen, also auf jeden Fall eine Chance und das kann ja auch Modell sein für andere.

00:25:45: Das Thema Kirche ist ja auch sehr wichtig im Buch, auch für sie persönlich Und Sie stellen die Frage was von Kirchen nach Kant noch übrig bleibt.

00:25:54: Was wollen Sie damit ausdrücken?

00:25:58: Die Kirche isst wie vorhin angedeutet genauso wie die Politik unter Druck.

00:26:04: Stichwort schwinden der Mitgliederzahlen.

00:26:07: Das ist nicht nur eine Folge von sträflichen Verfehlungen, sondern es ist auch wiederum eine Konsequenz der Sekularisierung und der Prophanisierung die dieser Welt nun einmal zeigt.

00:26:23: Der Kant hat im Buch einen lustigen Auftritt natürlich in Form eines Wissenschaftlers, der ihn spielt einen lustigen Auftritt.

00:26:32: Er vergleicht die sichtbare Kirche mit der unsichtbaren Kirche, das war ein Aspekt bei den Kantstudien im Jubiläumsjahr, der ein bisschen aus meiner Sicht unterbelichtet waren und ich habe gedacht daraus machst du was im Roman.

00:26:44: Sichtbare kirche setzt auf den Kirchenglauben also der Glaube der den Umweg über die Kirchen notwendig macht wenn sie so wollen.

00:26:53: auch die Institution rechtfertigt Die unsichtbare Kirche, das ist eigentlich für Kantie Interessante.

00:26:59: Dass ich die, die jeder sozusagen in sich trägt, dass es im Grunde nicht die auf den Kirchen glauben abzielt sondern auf dem Religionsglauben und ob die unsichtbaren Kirche die bald einzig überlebende ist... Das ist die kriegsentschreitende Frage!

00:27:12: Und das konnte ich mir nicht eingehen lassen.

00:27:13: wie gesagt auch da literarisch mit Szenen aus dem Innenleben der Amtskirche mit verschiedenen Akteuren was mir in den Kirchenbereich eine gewisse Aufmerksamkeit natürlich gebracht hat.

00:27:27: Das kann ich mal vorstellen, ja.

00:27:27: Ich muss mal

00:27:28: vor Karl Barth gut aufbulten, wenn ich das so sagen darf ... Da sind hier alles Leute, Theologen die in den letzten Jahren, Jahrzehnten fast Jahrhunderten, kann man schon sagen, versucht haben sozusagen auch mit dem Erbekanz umzugehen und zwar als Kircheninterne.

00:27:47: Ja, und wie sieht's denn aus?

00:27:48: Also wird die ... Unsichtbare Kirche.

00:27:51: Die Kirche bleiben übrig, weil die Amtskirchen, sei es katholisch oder evangelisch, irgendwann so weit geschwächt sind, dass sie keine Rolle mehr spielen?

00:27:59: Oder wie schätzen Sie das

00:28:00: ein?

00:28:02: Ich antworte mal literarisch im Roman wird diese Schwierigkeit als Thema einer Tagung und des Kirchenparlaments behandelt – durchaus mit kritischen Tönen.

00:28:19: Ich habe aber dann eine Gemeinde porträtiert über diese Fahrerin, dieser Allegorie.

00:28:25: Wo das noch klappt?

00:28:27: und wenn es vor Ort nicht klappt ... Wenn vor Ort die Unzulänglichkeiten nicht überzeugen, dann wird es die Kirche schwer haben.

00:28:39: Die Reduktion von der Sie sprechen, die finanziell bedingte Verkleinerung wird eine Herausforderung sein vor Ort trotzdem den Laden aufrecht zu erhalten.

00:28:53: Es wird aber die Chance sein, auch zum Teil mit neuen Formen der Begegnung sich zu kümmern um die Menschen.

00:29:00: Denn ohne die Menschen geht es gar nicht!

00:29:02: Also was nützt die Institution?

00:29:05: Das ist ja auch das, was der Kant gemeint hat.

00:29:08: Ja und die Kirche war ja auch wichtig, um Werte zu vermitteln für die Gesellschaft.

00:29:13: also wer macht denn das dann wenn's die Kirsche nicht mehr macht oder macht sie überhaupt noch kriegen wir unser Wertefundament dann nochmal in der Gesellschaft auf Kurs.

00:29:23: Darf ich noch mal in Bezug nehmen?

00:29:25: Natürlich!

00:29:26: Dort ist von Wertkonservatismus die Rede, das ist ein Begriff den ich eigentlich mag, wenngleich ich weiß, der wird auch gerne unsere Zahlen im Marketing gebraucht wie das in der Politik halt so ist.

00:29:37: Das ist manchmal auch notwendig um die Sache auf einen Punkt zu bringen.

00:29:42: Diesem Wertkonzervatismus wird an einer Stelle ein anderer Konservatismus entgegengesetzt.

00:29:48: Und das geht auf Ihre Frage ein, sozusagen der Konservativismus der demagogischen Sorte, der populistisch auf Egoismus setzt und ich war den bisher noch preisgünstigen Rohstoffbezug ausm Osten, der finanziell aufwendige Wachsamkeit einer Zeitenwende vorziehen sollte.

00:30:06: Das ist ein klares politisches Bekenntnis des Autors.

00:30:11: wenn vor lauter Optimismus vergessen wird, dass es schmerzliche Konsequenzen gibt

00:30:20: auch

00:30:21: in der politischen Durchführung.

00:30:24: Dann wird es schwer mit dem Konservieren eines Staatswesens das ja immer noch relativ gut funktioniert.

00:30:32: Das dürfen wir nicht vergessen.

00:30:33: also diese Spannung aus dem wenn sie sowohl nicht meidet das Wort eigentlich populistischem Konservatismus der sich sehr leicht macht Und dem Wertkonservatismus, der aber auch ungeheuer anstrengend ist.

00:30:45: Diese Spanne wollte ich zeigen und die müssen wir durchleben.

00:30:48: Gerade in einer Institution, die freundlicherweise mich eingeladen hat.

00:30:52: Auf jeden Fall!

00:30:53: Das ist eine spannende politische gesellschaftliche Frage.

00:30:58: Wenn wir jetzt zum Schluss dieses Podcasts kommen und die Leserinnen und Leser klappen das Buch zu ... Welchen Gedanken sollten Sie unbedingt mitnehmen?

00:31:06: Ich hab mir diese triggige Frage fast.

00:31:09: vorgestellt und befürchtet.

00:31:12: Darf ich mit drei Beispielen antworten?

00:31:14: Gerne,

00:31:14: gerne!

00:31:15: Erstens

00:31:16: sagt der Leser zu seiner Nachbarin, zur anderen Leserin wir müssen endlich mal nach Metz oder nach Koblenz und Bonn.

00:31:26: Der Roman ist ja auch ein Reise-Roman wo dann die politischen Implikationen und literarischen Implicationen deutlich werden.

00:31:34: Zweitens vor der Präsidentschaftswahl Sollten wir unbedingt das Bitteln mit der Sibir und dem Johannes nochmal lesen, da geht es um die Frage wie weit ist noch wirksam die Jean-Darck als Symbol für französische Geschichtspolitik.

00:31:55: Und drittens erhoffe ich mir dass ein Leser sagt warum hat er denn im Hinblick auf Digitalisierung?

00:32:06: Warum hat er den Bildungsminister Schein-Mot genannt.

00:32:15: Das

00:32:16: kann man sich dann selbst beantworten, lieber Bach!

00:32:19: Vielen Dank für das Gespräch und wir werden natürlich noch das Buch verlinken.

00:32:22: also es geht ja so langsam Richtung Weihnachten ein Fest wo man gerne was verschenken kann jetzt immer noch mitten im Sommer.

00:32:28: Also wir schwitzen hier im Studio aber so langsam kommt die Zeit mit Geschenken Und das Buch ist sicherlich ein tolles Geschenk Für die Festtage am Jahresende.

00:32:38: und vielen dank für das gespräch und dem Podcast.

00:32:40: Ich danke Ihnen Politik auf den Punkt gebracht.

00:32:46: Ein Podcast der Unionstiftung.

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